presse
>> Article "Carrrières Modernes": Nik Bärtsch (FR)
konzerte
>> 29.06.2013 : Jazzfestival, Miercurea Ciuc (RO)
sound
>> Nik Bärtsch's Ronin LIVE 2-CD Set
media
>> Nik Baertsch's RONIN: Pressefoto 2012
shop
Mit dem 2001 gegründeten Zen-Funk Quartett RONIN arbeitet Nik Bärtsch an seiner 'Ritual Groove Music' weiter. Zusammen mit Thomy Jordi (er ersetzte Björn Meyer am Bass 2011), Kaspar Rast (Drums) und Sha (Bass- und Kontrabassklarinette. Andi Pupato spielte 2002-2012 Perkussion bei Ronin) spielt der Zürcher Komponist und Pianist eine Musik, die einer durchgehenden Ästhetik folgt: mit minimalen Mitteln maximale Wirkung zu erzielen.
Bei aller Vielfältigkeit ihrer Einflüsse lässt diese Musik stets eine eigene Handschrift erkennen. Zwar haben Elemente aus unterschiedlichsten musikalischen Welten in sie Eingang gefunden – Von Funk über neue Klassik bis zu Klänge der japanischen Ritualmusik –, doch diese Formen werden nicht postmodern nebeneinander gestellt oder zitiert, sondern verschmelzen zu einem neuen Stil. Das Ergebnis ist eine groovende, klanglich und rhythmisch hochdifferenzierte Musik, zusammengesetzt aus wenigen Phrasen und Motiven, die immer wieder neu und abwechslungsreich kombiniert und überlagert werden.
RONIN schafft so eine Ästhetik, die auf allen Ebenen musikalischer Äusserung durchgehalten ist. Komposition, Phrasierung, Klanggestaltung, Musizierhaltung und Stückdramaturgie bilden gemeinsam ein Ganzes, dessen sämtliche Teile aufeinander bezogen sind. (Michel Mettler)
Ronin auf Facebook: www.facebook.com/nikbaertschsRONIN
Ronin auf Myspace: www.myspace.com/nikbaertschsronin
RONIN
„Es gibt zwei Wege, die der Samurai beschreiten kann: den des Gefolgsmanns und den des herrenlosen Samurai oder Ronin. Der erste wird in Japan anerkannt, der zweite wird verachtet.
Der verachtete Ronin ohne Clan wird von den Clansleuten als ein hungriger Wolf angesehen, der das Land durchstreift, ohne Bindungen, ohne Pflichten, ohne Unterstützung, ohne Schutz, ohne Sicherheit, ohne materielles Wohlergehen. Trotz seiner Geschicklichkeit als Schwertkämpfer ist er als Einzelkämpfer nicht in der Lage, gegen Banden oder rauflustige Clansleute zu bestehen. Seine Bereitschaft zu sterben darf jederzeit getestet werden, und zwar nicht in einer grossen Schlacht zwischen zwei mächtigen Sippen, wo er als berühmter Held sterben wird, sondern in unbedeutenden kleinen Zänkereien um einen Bissen Reis oder ein Schluck Sake. Will ein Ronin überleben, so muss er, gleich wo er sich zeigt, höchst vorsichtig sein. Er besitzt keinerlei sozialen Status und wird von niemandem geachtet. Man behandelt ihn mit derselben Vorsicht, mit der man ein wildes Tier behandelt, das beissen könnte, wenn es erschreckt wird.
Die meisten solcher Ronin sind mit ihrem Schicksal äusserst unzufrieden. Sie verbringen die meiste Zeit damit, sich irgendwo einzuschmeicheln, wobei sie darauf hoffen, dass ein Clan, der Krieger braucht, sie bei sich aufnimmt. Ihre zerfetzte Kleidung und ihre dürftige Nahrung bedeuten für sie einen Fluch, und sie sehnen sich nach der Ehre und Geborgenheit eines Clan-Mitgliedes.
Wenn diese verarmten Samurai doch nur einmal von oben nach unten blickten und ihre Situation ohne Vorurteil betrachteten! Sie könnten dann sehen, dass sie um den Preis ertragbarer Not ein seltenes Gut erkauft haben: Freiheit.
Sie sind frei etwas über unsere Welt zu lernen, frei den wahren Zweck eines Menschen auf der Welt zu untersuchen und zu erfüllen. Sie können sich in der Wildnis abhärten, Budo studieren, wo immer ein Meister anzutreffen ist, Klöster besuchen, um die Meditation zu erlernen.
Der Preis dafür mag ein gelegentlich leerer Magen sein, ein bisschen Einsamkeit und Armut. Doch es ist nicht leicht sich von der erdrückenden Rolle eines Gefolgsmannes frei zu machen!“
(aus: Thomas Preston; Samurai-Geist - Der Weg eines Kriegers in den japanischen Kampfkünsten; Leimen/Heidelberg 1991, Kristkeitz Verlag); Foto: Martin Möll